Marmötli – Elektrofahrzeug für Kinder
Elektroauto für Kinder aus einem ausgemusterten JuCad-Golftrolley – 25.2 V, 8 km/h, Ackermann-Lenkung
Das „Marmötli“ ist ein kleines Elektrofahrzeug für Kinder, entstanden aus einem ausgemusterten JuCad-Golftrolley. Antrieb, Akku und Steuerung des Trolleys liessen sich weiterverwenden – aus einem Gerät, das sonst entsorgt worden wäre, wurde die Basis für ein fahrbares Auto.
Genau darin lag der Reiz des Projekts: Ein Golftrolley bringt bereits alles mit, was ein langsames Fahrzeug braucht – zwei angetriebene Räder, einen passend dimensionierten Akku und eine Motorsteuerung. Zu bauen blieben Rahmen, Lenkung, Karosserie und die Bedienung.
Technische Daten
| Akku | Li-Ion, 25.2 V, 10 Ah (260 Wh) |
|---|---|
| Höchstgeschwindigkeit | 8 km/h |
| Lenkung | Ackermann-Trapezlenkung |
| Radstand | 830 mm |
| Gewicht | 25 kg |
| Material | Aluminium, Holz |
| Basis | ausgemusterter JuCad-Golftrolley (Antrieb, Akku, Steuerung) |
Lenkung
Gelenkt wird über eine Ackermann-Trapezlenkung. Der Aufwand gegenüber einer simplen Achsschenkellenkung lohnt sich: Bei der Ackermann-Geometrie schlägt das kurvenäussere Rad weniger stark ein als das kurveninnere, sodass beide Räder auf konzentrischen Kreisbahnen laufen. Ohne diese Korrektur radiert das innere Rad bei jeder Kurve über den Boden – bei einem leichten Fahrzeug mit kleinen Rädern spürbar am Lenkwiderstand und am Reifenverschleiss.
Der Radstand beträgt 830 mm. Die Lenkgeometrie ist in der Bauanleitung massstäblich dokumentiert.
Elektrik und Sicherheit
Die Elektrik stammt in den Grundzügen vom Golftrolley, wurde aber um zwei Funktionen ergänzt, die für ein Kinderfahrzeug wesentlich sind:
- Vorwärts und rückwärts über eine Relaisschaltung, die die Polarität des DC-Motors umkehrt.
- Zwei in Serie geschaltete Ein/Aus-Schalter: einer am Armaturenbrett, der zweite am Fahrpedal. Weil beide geschlossen sein müssen, schaltet das Fahrzeug beim Loslassen des Pedals selbsttätig ab – eine Totmannschaltung, die ohne Elektronik auskommt und deshalb auch dann funktioniert, wenn sonst etwas ausfällt.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 8 km/h, also etwa zügigem Gehtempo. Schaltplan, Kabelbaum und Drahtfarben sind im Service Manual vollständig dokumentiert.
Aufbau
Rahmen und tragende Teile bestehen aus Aluminium, die Karosserie aus Holz – eine Kombination, die sich mit Werkstattmitteln bearbeiten lässt und das Fahrzeug bei 25 kg Gesamtgewicht hält. Die Bauteile wurden vollständig in CAD konstruiert und anschliessend auf der eigenen CNC-Fräse gefertigt.
Unterlagen und CAD-Modelle
Für dieses Projekt gibt es die ausführlichsten Unterlagen von allen: Das „Marmötli Service Manual“ enthält Schaltschema, Kabelbaum mit Drahtfarben, die Lenkgeometrie, Renderings, Explosionsansichten und die technischen Daten. Zusammen mit den CAD-Modellen auf GrabCAD ist ein Nachbau damit gut machbar.
Entstehung
Die Bilder zeigen das Marmötli im Bau. Der Rohbau aus Holz steht auf Böcken, Lenkung, Pedalerie und Fahrwerk sind bereits eingebaut, die Verkabelung liegt noch offen. In dieser Phase lässt sich am meisten korrigieren – Sitzposition, Pedalabstand und die Höhe des Lenkrads bestimmen, ob ein Kind das Fahrzeug später bequem bedient.
Hinweise für Nachbauer
Ein Fahrzeug, in dem ein Kind sitzt, verdient mehr Sorgfalt als ein Werkstattprojekt. Vor der ersten Fahrt müssen Bremsweg, Abschaltverhalten und die Festigkeit von Lenkung und Sitzbefestigung geprüft werden.





