Filamente – Materialien, Trocknen, Lagern

Materialübersicht mit Druckparametern und Hinweise zum Trocknen und Lagern hygroskopischer Filamente

Die meisten technischen Filamente ziehen Feuchtigkeit aus der Luft. Das ist kein Schönheitsfehler: Feuchtes Nylon druckt mit Blasen, verliert an Festigkeit und zieht Fäden, und man sucht die Ursache erst einmal bei Temperatur und Geschwindigkeit.

Meine Materialien

MaterialEigenschaftenWofürDruckparameterVorbereitung
PAHT-CFPolyamid mit 15 % Kohlenstofffasernhoch belastbare Funktionsteile, öl- und UV-beständigDüse 260–300 °C · Bett 100–120 °C · < 100 mm/s90 °C / 12 h · nicht ins AMS · Tür zu
PA6/66Nylon, geringe Verformung, niedrige ReibungZahnräder, Werkzeuge, EndverbrauchsteileDüse 250–270 °C · Bett 30–50 °C · 40–60 mm/strocknen · nicht ins AMS · Tür zu
Nylon FX256Nylonfunktionale TeileDüse 255 °C · Bett 100 °C · 30 mm/strocknen · kein AMS · Tür zu
TPUthermoplastisches Polyurethan, elastisch und abriebfestDichtungen, Dämpfer, Schutzhüllen, RC-Reifennach Herstellerangabe90 °C / 12 h · AMS-fähig · Tür offen
GreenTEC Probiobasiert, lebensmittelecht, bis 160 °CTeile mit Lebensmittelkontakt, TemperaturbelastungDüse 210–230 °C · Bett 20–90 °C · 20–200 mm/strocknen

Trocknen

Der Bambu Lab X1C bringt eine Trocknungsfunktion mit, die für die gängigen Materialien genügt: Rolle auf das Druckbett, im Menü unter Utilities → Dry Filament das Material wählen, Temperatur und Dauer werden gesetzt. Für Nylon und ähnlich anspruchsvolle Materialien braucht es höhere Temperaturen über längere Zeit.

  • Bei langen Trocknungszeiten die Rolle einmal wenden – sonst trocknet sie ungleichmässig
  • Nach dem Trocknen sofort luftdicht lagern. Manche Materialien nehmen binnen weniger Stunden wieder so viel Feuchtigkeit auf, dass der Effekt verpufft
  • Stark hygroskopische Materialien trocknen im Konvektionsofen zuverlässiger, weil der Drucker die nötige Temperatur nicht erreicht

Trocken halten während des Drucks

Vorher trocknen genügt nicht immer. Bei Nylon und PA6 halte ich einen Filament-Trockner für zwingend, und zwar nicht nur als Vorbereitung: Bei einem Druck über mehrere Stunden nimmt eine offen danebenliegende Rolle so viel Feuchtigkeit auf, dass die Qualität während des laufenden Drucks abfällt. Die ersten Schichten werden sauber, die späteren zeigen Blasen und Fadenzug.

Deshalb bleibt die Rolle bei mir im beheizten Trockner und wird von dort direkt zum Drucker geführt. Das Gerät heizt während des gesamten Drucks weiter – die Rolle kommt gar nicht erst mit der Raumluft in Berührung.

Für PLA und PETG ist das bei normalen Umgebungsbedingungen entbehrlich. Sobald aber ein technisches Material im Spiel ist, das später Kräfte aufnehmen soll, entscheidet die Trockenheit des Filaments mit über die Festigkeit des Teils – und das sieht man dem fertigen Druck nicht an.

Lagern

Luftdichte Behälter mit Trockenmittel, und das Trockenmittel regelmässig regenerieren. Ich nutze eine luftdichte Box für Lebensmittel mit Platz für 4 Spulen.