Trottinett mit Scheibenbremse

Tretroller mit CNC-gefrästem Aluminiumgestell, Holz-Trittbrett und höhenverstellbarem Lenker – für Kinder von 5 bis 16

Abgeschlossen
Trottinett mit Scheibenbremse

Ein Trottinett, das nicht nach einem Jahr zu klein ist. Das Gestell besteht aus Aluminium, gefräst auf der eigenen CNC-Fräse, das Trittbrett aus Holz. Gebremst wird hinten über eine Scheibenbremse.

Der Anlass war der übliche: Gekaufte Kindertrottinetts sind entweder für Kleine ausgelegt und nach zwei Jahren unbrauchbar, oder sie sind so schwer, dass ein Fünfjähriger sie nicht mehr über einen Randstein hebt. Über den höhenverstellbaren Lenker deckt dieses hier eine Spanne von etwa 5 bis 16 Jahren ab – es wächst mit, statt ersetzt zu werden.

Technische Daten

GestellAluminium, CNC-gefräst
TrittbrettHolz
BremseScheibenbremse am Hinterrad
Lenkerstufenlos höhenverstellbar
Altersbereichca. 5 bis 16 Jahre

Gestell und Fertigung

Die tragenden Teile – Gabelplatten, Trittbrettträger und die Aufnahme des Hinterrads – sind aus Aluminium gefräst. Gegenüber einem geschweissten Rohrrahmen hat das zwei Vorteile: Die Geometrie lässt sich aus dem CAD-Modell direkt in Werkzeugwege überführen, und es entsteht kein Verzug durch Wärmeeinbringung. Verbunden wird geschraubt statt geschweisst, was Nacharbeit und Zerlegen möglich macht.

Die Seitenplatten tragen gefräste Ornamente. Solche Gravuren kosten in der Fertigung praktisch nichts – der Fräser fährt eine zusätzliche Bahn – machen aber sichtbar, dass das Trottinett kein Kaufteil ist. Für das Kind, das damit fährt, ist genau das der Punkt.

Das Trittbrett aus Holz ist bewusst gewählt: Es dämpft Vibrationen spürbar besser als eine Aluplatte und lässt sich bei Verschleiss in einer Viertelstunde ersetzen.

Bremse

Statt des üblichen Blechs über dem Hinterrad, auf das man tritt, sitzt hier eine Scheibenbremse. Der Unterschied zeigt sich weniger auf ebener Strecke als bergab und bei Nässe: Eine Reibbremse auf dem Reifen verliert bei Nässe stark an Wirkung und lässt sich kaum dosieren, weil der Fuss zwischen „nichts“ und „blockiert“ wenig Zwischenstufen kennt.

Eine Scheibenbremse bremst gleichmässig und ist über den Hebel fein dosierbar – bei einem Fahrzeug, das ein Kind ein Gefälle hinunterfährt, das entscheidende Argument.

Mitwachsender Lenker

Die Lenkstange ist teleskopierbar und lässt sich in der Höhe verstellen. Das ist der Grund, warum das Trottinett über einen so weiten Altersbereich passt: Die richtige Lenkerhöhe liegt etwa auf Hüfthöhe des Fahrers – zu tief zwingt in eine gebückte Haltung, zu hoch macht das Lenken unruhig. Zwischen einem Fünfjährigen und einem Sechzehnjährigen liegen dabei gut 40 Zentimeter.

Verstellt wird ohne Werkzeug über einen Klemmhebel.

CAD-Modell

Die vollständige Konstruktion steht auf GrabCAD zum Download bereit – als Ausgangspunkt für den Nachbau oder zum Anpassen an vorhandene Räder und Bremskomponenten.

Hinweise für Nachbauer

Die Kaufteile bestimmen die Konstruktion, nicht umgekehrt. Räder, Bremsscheibe, Bremssattel und Hebel sollten vor dem Fräsen beschafft und vermessen sein – Nabenbreite, Achsdurchmesser und die Position der Bremssattelaufnahme gehen direkt in die Geometrie der Seitenplatten ein. Nachträglich lässt sich daran wenig ändern.

Bei einem Fahrzeug, auf dem ein Kind steht, verdienen zwei Punkte besondere Sorgfalt: die Klemmung der Lenkstange, die sich unter Belastung nicht lösen darf, und die Verbindung zwischen Gabel und Trittbrett. Vor der ersten Fahrt gehören alle Schraubverbindungen geprüft und die Bremse eingestellt – und nach den ersten Fahrten noch einmal nachgezogen.

Ein weiteres Fahrzeug aus derselben Werkstatt: das Marmötli, ein Elektrofahrzeug für Kinder.